Nicht zu unterschätzen: Die Schadstoffbelastung in Innenräumen

Tatsächlich ist die Luft in Innenräumen oft um ein Vielfaches stärker mit Schadstoffen belastet als die Luft draußen. Im modernen Alltag scheint es schwer, ja fast unmöglich, dieser permanenten Schadstoffbelastung zu entgehen.

Schadstoffe lösen nicht nur diverse Krankheitssymptome aus, sie können auch bereits vorhandene Allergien fördern und sind vermutlich für das sogenannte Sick Building Syndrom (SBS) verantwortlich:

"... von einem Sick Building Syndrom (SBS) gesprochen, wenn bei mehr als 10 bis 20 % der Beschäftigten eines Gebäudes unspezifische Beschwerden oder Symptome auftreten, die nach Verlassen des Gebäudes rasch wieder nachlassen." (Quelle: Wikipedia)

Beim Sick Building Syndrom kommt es zu Symptomen, die einer starken Allergie oder Grippe ähneln. Selbst mit Persönlichkeitsveränderungen und Krebserkrankungen wird es in Verbindung gebracht.

Einfach, gesund und effektiv: Zimmerpflanzen

Gut, dass die Natur uns wieder einmal eine ebenso gesunde wie einfache Lösung präsentiert: Zimmerpflanzen. Diese grünen Kollegen und Mitbewohner sorgen für ein gesundes und angenehmes Klima zuhause und im Büro.

Sie filtern Schadstoffe und machen die Luft sauber. Dabei sorgen sie für eine harmonische Atmosphäre, machen leistungsstärker, zufriedener und kreativer. Und nett anzusehen sind sie auch noch – müden Augen tut entspannendes Grün ganz besonders gut!

Pflegen wir sie richtig, haben uns Zimmerpflanzen eine Menge zu bieten und geben uns viel positive Energie zurück. Da sie die Luft nicht nur reinigen, sondern auch befeuchten, sind sie im Winter eine effektive Maßnahme gegen zu trockene Heizungsluft.

Zimmerpflanzen können Staubpartikel in der Luft reduzieren und lassen uns so freier atmen.

Wer mehr über die positiven Wirkungen von Zimmerpflanzen im Büro und am Arbeitsplatz wissen möchte:

Bromelie im Büro zur Burn-out-Prophylaxe

Aktuelle Forschungsergebnisse

Im August 2016 hat es der Chemiker Dr. Vadoud Niri (State University of New York in Oswego) genau wissen wollen:

Welche Grünpflanzen sind bei der Bekämpfung von Schadstoffen in geschlossenen Räumen tatsächlich am effektivsten?

Das Ergebnis: Die besten Zimmerpflanzen zur Luftreinigung sind die Bromelie, der Drachenbaum, die Grünlilie und der Geldbaum.

In allen Bereichen eine der Besten: Die Bromelie

Die Bromelie konnte insgesamt (auf alle Schadstoffarten bezogen) eines der besten Ergebnisse der Studie erzielen.

Sie gehört zu den exotischen Pflanzen, die Verwandtschaft zur Ananas sieht man ihr an. Im Regenwald wachsen Bromelien häufig ganz oben in den Baumkronen, sind dort unter anderem Lebensraum für kleine Baumfrösche.

Unter den Zimmerpflanzen gilt die Bromelie als robust, dennoch sollte man sich an die Pflegeanleitung halten, wenn man möglichst lange an ihr Freude haben möchte.

Experte für Aceton und Formaldehyd: Der Drachenbaum

Probleme mit Aceton- und Formaldehyd-Belastung? - Keine Sorge, der Drachenbaum nimmt sich dieser Problematik gerne an!

Der Drachenbaum (auch als Drazäne bekannt) gehört zu den Agavengewächsen. Besonders wohl fühlt er sich an warmen, hellen und halbschattigen Standorten.

Laut Pflanzenexpertin Eva Katharina Hoffmann (siehe Buchtipps unten) wirkt der Drachenbaum belebend, sorgt aber gleichzeitig auch für eine harmonische Atmosphäre.

Retterin in Notfällen: Die Grünlilie

Die Grünlilie gehört seit Jahren zu den wichtigsten Zimmerpflanzen, was Luftreinigung und Luftbefeuchtung angeht – dass sie auch in der Studie vom August 2016 wieder zu den Favoriten gehört, ist kaum überraschend.

Die ursprüngliche Heimat der Grünlilie ist Südafrika. Doch auch hier bei uns fühlt sie sich wohl und wächst fast überall, denn die Grünlilie ist sehr anspruchslos.

Eva Katharina Hoffmann beschreibt sie als eine Zimmerpflanze, die für gute Laune sorgt und "ihre Energie wie ein Feuerwerk" versprüht. Selbst wenn eine Situation ausweglos wirkt oder ein Projekt festgefahren erscheint, soll die Grünlilie Energien wieder zum Fließen bringen.

Mehr zum Thema:

Wie pflegt man eine Grünlilie?

Macht gesünder und - mit etwas Glück und Pflege - auch noch reicher: Der Geldbaum

Der Geldbaum hat sich im Test als besonders effektiv gegen Toluole erwiesen.

Wie die Grünlilie stammt der Geldbaum (auch Dickblatt oder Freundschaftsbaum) aus Südafrika. Geldbaum nennt man ihn, weil die Form seiner Blätter an Geldstücke erinnert. Schafft man es, den Geldbaum mit liebevoller Pflege zum Blühen zu bringen, so soll das den Geldbeutel vergrößern und für Geldsegen sorgen.

Der Geldbaum stellt als Zimmerpflanze keine großen Ansprüche, mag es aber hell und sonnig – in warmen Monaten freut er sich über einen "Urlaub" im Freien.

Auch der Geldbaum – so die Energiepflanzenexpertin – verbreitet gute Stimmung.

Mehr zum Thema:

Wie pflegt man einen Geldbaum richtig?

Sukkulenten richtig pflegen

Auch sie sind effektive Helfer in der Schadstoffbekämpfung

Diffenbachie

Schwertfarn

Bogenhanf

Einblatt

Pfeilwurz

Efeu

Bergpalme

Birkenfeige (Allergiker sollten mit dieser Pflanze besser vorsichtig sein!)

Für die beste Wirkung sollte man beachten

  • Möglichst Pflanzen aus ökologischem Anbau wählen

  • Die verwendete Pflanzenerde sollte sauber und gesund sein, frei von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln

  • Keine Kunststofftöpfe verwenden

Wer es sich einfach machen möchte:

Pflegeleichte Zimmerpflanzen - Sechs absolut genügsame Pflanzen stellen sich vor

Sie haben gar keinen grünen Daumen und wollen aber ein paar grüne Hingucker für die Wohnung? Diese sechs Pflanzen zählen auf jeden Fall zur Gattung "pflegeleichte Zimmerpflanzen".

Bitte aufpassen:

Einige Zimmerpflanzen sind für Haustiere giftig:

Welche Pflanzen sind giftig für Katzen?

Und übrigens ...

... auch die kleine, unscheinbare und schon fast verkümmerte Grünpflanze in der hintersten Ecke des Büros ist ein Lebewesen und freut sich über ein wenig Pflege. Und sie weiß es uns bestimmt zu vergelten!

Autor seit 7 Jahren
314 Seiten
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