Ach, Opa! Wie war das noch mal ...?

Opa Klaus erzählt nur zu gerne von Weihnachten, aber ... die eine oder andere Wahrheit über das Weihnachtsfest und seine Bräuche bringt er dabei dummerweise ein bisschen durcheinander!

13 Fehler haben sich in seine Weihnachtsgeschichte gemogelt - findet ihr heraus, welche es sind?

"Für viele Menschen beginnt Weihnachten mit der Adventszeit."

Heute feiern wir an vier Sonntagen Advent, aber früher haben die Menschen sogar sechs oder sieben Adventssonntage gehabt, stellt euch das vor!

Das Wort Advent kommt übrigens aus der lateinischen Sprache, die haben wir zu meiner Zeit noch in der Schule gelernt. Ad ventus bedeutet vor Weihnachten. Deshalb ist die Adventszeit ja auch die Vorweihnachtszeit.

Viele Menschen haben in der Adventszeit einen Adventskranz, das wisst ihr ja. Wenn man es richtig machen will, dann sollte dieser Adventskranz vier rote Kerzen haben, die symbolisieren nämlich die Liebe, das Leben und das Blut, das Jesus am Kreuz für die Menschen vergossen hat. Könnt ihr in der Bibel nachlesen, diese Geschichte!

Kinder wie ihr freuen sich natürlich ganz besonders über Schokolade oder andere kleine Überraschungen, die im Adventskalender stecken. Da habt ihr übrigens Glück gehabt – in alten Zeiten fanden die Kinder im Adventskalender nämlich Bibelverse und gar nichts zum Naschen!

Früher hatten viele Menschen auch einen Adventsbaum, das war eine Art Mischung aus Adventskranz und Adventskalender.

Weil in alten Zeiten vor allem Dinge zum Naschen am Weihnachtsbaum hingen, haben ihn die Menschen manchmal auch Rosinenbaum, Zuckerbaum, Nussbaum oder einfach nur Fressbaum genannt.

"Überhaupt ist das Essen in der Weihnachtszeit ganz besonders wichtig!"

Sagt mal ehrlich, was wäre das denn auch für ein Weihnachten ohne Lebkuchen oder selbst gebackene Weihnachtskekse oder Pinzen aus Hefeteig?!

Ich esse ja besonders gern Lebkuchen, manche nennen sie auch Kümmelkuchen. Lebkuchen werden schon seit vielen hundert Jahren gebacken. Sie sind das älteste Festgebäck überhaupt, früher hat man sie auch an Ostern, zur Hochzeit oder zur Taufe gegessen. 

In Nürnberg, wo es auch den bekannten Christkindlmarkt gibt, kann man besonders gute Lebkuchen kaufen. Die müsst ihr unbedingt mal probieren! Ja, die Nürnberger Elisabethenlebkuchen sind auf der ganzen Welt berühmt!

Noch berühmter ist allerdings der Stollen, der Weihnachtsstollen. Der wurde, so erzählt man sich, vor vielen hundert Jahren in Magdeburg erfunden. Manche behaupten, dass er mit seiner weißen Puderzuckerschicht an das Jesuskind in der Krippe erinnern soll – nein, das ist kein Witz! Andere sagen, dass er dem gespickten Rücken des Julebers ähnelt.

Was, vom Juleber habt ihr noch nie gehört?! Na, da muss ich wohl ein bisschen ausholen, um euch das zu erklären … Der Juleber war früher - ist schon ganz lange her! - einer der Festtagsbraten, die man zum Julfest gegessen hat. Denkt mal an die Glücksschweine, die man sich zu Neujahr schenkt, die erinnern auch an den Juleber der Germanen.

"Mit dem Julfest, könnte man sagen, hat Weihnachten eigentlich angefangen."

Man nennt das Julfest auch Lichtfest oder Sonnenfest. Die Menschen vor vielen hundert Jahren hatten den kalten Winter so satt und freuten sich so sehr auf die Rückkehr der Sonne im Frühjahr, dass sie mitten im Winter ein großes Fest feierten: Das Fest der Wintersonnengeburt. Das wird allerdings nicht am 24. Dezember gefeiert wie das christliche Weihnachtsfest, sondern schon ein paar Tage früher, am 18. Dezember. 

Man feiert in der längsten Nacht des Jahres: Denn dann ist die dunkelste Zeit des Winters endlich vorbei, die Nächte werden wieder kürzer und die Tage wieder länger! 

Das Julfest und das christliche Weihnachtsfest haben ganz ähnliche Bräuche. Auch zum Julfest wird das Haus festlich dekoriert, man kocht ein besonders gutes Essen, man schnitzt aus Holz einen Julsonnenkreis, verteilt kleine Geschenke und zündet am großen Festtag auf einem heiligen Berg ein Feuer an, das so hell leuchten soll wie das Licht der Sonne!

Äpfel gehören unbedingt zum Julfest dazu, auch Nüsse, Pilze, getrocknete Früchte - und natürlich Gebäck! Das gibt es zum Julfest aber nicht in der Form von Engeln oder Schneemännern, sondern als Sonne, als Reiter, als Tanne, als Nikolaus oder als Herz.

"Hab ich euch überhaupt schon erklärt, was das Wort Weihnachten bedeutet?"

Oder wisst ihr das schon? Nein?

Weihnachten, das heißt eigentlich "weiße Nacht". Na, das könnt ihr euch ja vorstellen: Früher lag am Weihnachtsabend meistens Schnee. Als ich noch ein kleiner Junge war, ja, da hatten wir noch richtig weiße Weihnachten, so wie sich das heute viele Menschen wünschen würden! Aber diese Klimaerwärmung und so … na, ist wieder ein anderes Thema.

"Ich hab den Weihnachtsmann vergessen?"

Ach ja, der gute alte Weihnachtsmann. Böse Zungen behaupten, die Hersteller von dieser amerikanischen Brause, der Pepsi, die haben den Weihnachtsmann erfunden. Das dürft ihr aber nicht glauben! Vom Weihnachtsmann erzählt man sich schon ewig. Der ist viel älter als die Pepsi!

Wer da genau dahinter steckt, hinter dem Weihnachtsmann, das weiß aber keiner so richtig. Vielleicht ist es Wotan, der alte römische Gott mit dem langen weißen Bart. Vielleicht aber auch Knecht Ruprecht – das ist der, der "von drauß, vom Walde kommt". Erinnert ihr euch an das Gedicht? 

Auch der Heilige Nikolaus, den wir am 13. Dezember feiern, auch der könnte Vorbild für den Weihnachtsmann gewesen sein.

Nein, so richtig weiß das keiner. Er tut ja schon ein bisschen geheim, der Weihnachtsmann. Klettert heimlich durch Schornsteine, wohnt am Ende der Welt und wo seine Weihnachtswerkstatt versteckt ist, das hat auch noch keiner rausgefunden …

Hättet ihr's gewusst?

  1. Das Wort Advent kommt tatsächlich aus dem Lateinischen, wird aber mit "Ankunft" übersetzt. 

  2. Pinzen aus Hefeteig sind ein traditionelles Ostergebäck.

  3. Eine anderer Name für Lebkuchen ist Pfefferkuchen. Kümmel hat in Lebkuchen normalerweise nichts zu suchen - zumindest hier bei uns in Deutschland. In Estland sieht man das ein bisschen anders ... 

  4. Die berühmten Nürnberger Lebkuchen sind die Elisenlebkuchen.

  5. Der Weihnachtsstollen wurde in Dresden erfunden.

  6. Das Julfest ist auch das Fest der Wintersonnenwende. 

  7. Wintersonnenwende feiert man am 21. Dezember. 

  8. Zum Julfest schnitzt man aus Holz einen Julbogen.

  9. Der Nikolaus ist ein katholischer Heiliger und gehört zur christlichen Weihnachtstradition. Gebäck in Form von einem Nikolaus gibt es beim heidnischen Julfest deshalb sicher nicht. 

  10. Weihnachten ist die "geweihte", also die heilige Nacht. 

  11. Eine bekannte Anekdote behauptet, dass ein Werbezeichner von Coca-Cola den Weihnachtsmann in seiner traditionellen rot-weißen Bekleidung erfunden haben soll.

  12. Wotan ist kein römischer, sondern ein germanischer Gott.

  13. Der Heilige Nikolaus hat seinen Ehrentag am 6. Dezember. Am 13. Dezember wird das Fest der Luzia gefeiert.

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