Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sowie etwa 146 unbewohnte kleine Inseln bilden seit 1983 die insgesamt 4.992 km² große Autonome Region der Balearen innerhalb Spaniens. Wer gerne mehr an kulturpolitischer und historischer Information zu Menorca wissen möchte, dem kann ich als Lesetipp diesen Link empfehlen.

1993 wurde Menorca zum Biosphärenreservat ernannt, weite Teile der Insel stehen unter Naturschutz. Das sieht und merkt man so richtig, wenn man sich zu Fuß, als Wanderer auf dieser Insel bewegt.

 

 

Mahon, die Hauptstadt grüßt

Mahon/Mao auf Menorca (Bild: a.sansone)

Inselwandern liegt voll im Trend! Inselwandern, das etwas andere Urlaubsvergnügen.

Immer mehr Menschen möchten von ihrem Urlaub mehr als nur Sonnenbräune nach Hause mitbringen. Ein wenig Aktivurlaub ist da mehr als angesagt. Viele wählen seit Jahren schon Inselwandern.. Eine gesunde Mischung aus Aktivität, verbunden mit vielen Eindrücken von der Natur, gemixt mit einer guten Portion sanfter Erholung am Wasser mit Schwimmen oder einem gelegentlichen Stadtbummel, das ist eine neue Art den Urlaub am Meer zu verbringen.

Besonders beliebt als Wanderinseln sind seit Jahren Irland, Madeira, Elba, seit einigen Jahren auch die griechischen Inseln, wie etwa Samos oder Kreta, und natürlich die Balearen und Kanaren.

Speziell auf Menorca gibt es einen wunderbar geführten Inselrundweg, den Cami de Cavalls.

Impressionen vom Cami de Cavalls in Menorca

Immer der Küste entlang am Cami de Cavalls (Bild: a.sansone)

Fakten zum Pferdeweg, dem Cami de Cavalls, auf Menorca

Der Camí de Cavalls ist ein Fernwanderweg auf der Insel Menorca, Spanien. Er ist 185 km lang und trägt innerhalb des GR-Fernwanderwegenetzes die Bezeichnung GR 223.

Entstanden ist er aus einem Küstenweg, der bereits im 18. Jahrhundert für die Verteidigung der Insel angelegt worden ist. Aus dem Patrouillenreiterweg ist ein wunderbarer Wander/Trekkingweg geworden, der wegen seiner vielen Buchten ausgesprochen vielfältig ist. Eingeteilt ist er in 20 Etappen, bestens ausgeschildert und begehbar.

  • Mit durchschnittlich guter Kondition sind fast alle Abschnitte zu bewandern.
  • Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind besonders für die Felsenküste sicher erforderlich; aber es artet nicht zu einem hochalpinen Kraftakt aus; wie etwa diese Tour auf die Zugspitze.
  • Die meisten Abschnitte sind mit guten Trekkingschuhen zu gehen.
  • Die Weglängen kann man an seine persönlichen Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit gut anpassen.

Für wen ist der Cami de Cavalls zu empfehlen?

  • Wanderer, die leichte Bergwanderungen zu schätzen wissen.
  • Wanderer, die auf Madeira die Levadas gegangen sind und begeistert waren.
  • Wanderer mit guter durchschnittlicher Kondition und Wandererfahrung.
  • Naturbegeisterte Menschen, die gut zu Fuß sind. Wer Pflanzenfreund ist und gerne Fotos schießt, kann schon gut die doppelte Wegstrecke zurücklegen, wenn er immer wieder mal abseits des Cami das eine oder andere besondere Motiv entdeckt. Ich weiß, wovon ich spreche.

Wie kann man sinnvoll wandern? Mehr dazu ...

Wann ist die blütenreichste Wanderzeit? Was blüht wann auf den Balearen?

  • Zu Jahresbeginn ist es die wunderschöne weiß oder rosafarbene Mandelblüte auf Menorca, die der Insel für sechs Wochen einen besonderen Charme verleiht.
  • Wenn der Frühling einsetzt, blüht die Inselflora besonders variantenreich auf und zaubert farbenfrohe Hänge und Wiesen. Knabenkräuter und Allium-Arten, Affodil und Rosmarin beginnen schon ab März/April mit der Blüte. An den Stränden posen die Trichter-Narzisse mit Strandflieder und Levkoje um "Menorcas next Top(blossom)modell".
  • Im Frühsommer verzaubern roter Mohn, violette Milchfleckdisteln und Wildgladiolen das ganze Umland. An den Stränden wetteifern gelber Hornklee und die Strand-Hundskamille um den ersten Platz. Der Natternkopf blitzt als Blau dazwischen.
  • Im Herbst wiederum setzt erneut üppiges Blühen ein; Aronstab, Stranddistel und Meerzwiebel beginnen zu blühen. In den Wäldern trifft man mit Glück auf das Riesen-Knabenkraut.

*Eine Tabelle mit der Blütezeit vieler Pflanzen auf den Balearen gibt im nachfolgenden Link:

 

Die ideale Inselwanderzeit

Je nachdem zu welcher Blütenpracht man sich hingezogen fühlt, sind Frühling/Frühsommer und Herbst wegen der Tagestemperaturen zu empfehlen.
Wer den Frühling (Mai/Juni) wählt, kann sich im Meer selber erfrischen (als echtes Badevergnügen ist das noch nicht zu bezeichnen).
Im Herbst (September/Oktober) ist dafür das Wasser noch sehr angenehm, allerdings sind die Abende etwas frischer.

Welche Abschnitte des Cami de Cavalls sind besonders beeindruckend?

  • Im Nordwesten von Menorca vom Cap Favàrtix nach Es Grau
  • Im Süden traumhafte Buchten Cala Galdana, Cala Mitjana,Cala Trebalúger
  • Nordküste von Binimel-là zur Platja de Cavalleria
Küsten, Buchten auf Menorca

mal schroff (Bild: https://pagewizz.com/cami-d...)

Traumhafte Buchten

Nicht nur zum Durchwandern sind sie da, die schönsten Buchten der Insel. Man teilt sich eine Etappe so ein, dass man in einer der Buchten seinen Badetag verbringt. Niemand hat verlangt, dass man immer von A nach B durchwandern muss. Schön und erholsam soll es sein.

  • von Sant Tomas aus kann man in einige Schluchten wandern und an den Strand zurückkehren.
  • Cala Galdana, Cala Mitjana, Cala Escorxada, Cala Trebalúger - traumhaft (aber auch streckenweise anspruchsvoll) und jede Bucht lädt ein zum Verweilen. Wählen Sie die Route so, wie es Ihnen am besten passt.
Cami de Cavalls von Cap Favartix nach d'Es Grau - in 14 Bildern

Der Leuchtturm von Favartix (Bild: https://pagewizz.com/cami-d...)

Von Cap Favàrtix nach Es Grau - eine Etappe des Cami de Cavalls

Flachhügelig, kalkhaltiges Sediment, Tonsidimente und Sande - eine Garrigue-Landschaft, die von Zwergsträuchern, Baumheide und Baumförmiger Wolfsmilch dominiert wird. Die Tramontana Winde tragen zum kugelig-stacheligen Bewuchs der Karstlandschaft bei. Die gelb gespickten Polster von Lunaea cervicornis sind besonders entzückend. Im Dünenbereich wechseln die salztoleranten Arten, wie Salicornia, Stranddistel und Tamariske mit der unermüdlich blühenden zartlilafarbenen Strandwinde ab. Einen waldigen Abschluss bilden anschließend Aleppokiefern, Phönizischer Wacholder und Steineichen.

Typ der Wanderung - mittel

Man beginnt die Wanderung von Favartix aus in einer eher öd und eintönig wirkenden flachen Karstlandschaft. Naturerfahrene wenden hier den Blick nicht ausschließlich in die Weite, sondern die Augen entdecken pflanzliche Kostbarkeiten zu Füßen.

Der Weg (Cami) schlängelt sich durch stachelbewehrte Polsterpflanzen meerseits, gegen Inselmitte zu beginnt eine vielfarbene Macchie. Bald schon führt der Cami durch dichter bewachsene Landschaft. Im Frühjahr säumen erst Affodill und später Wildgladiolen den Weg. Auf und ab windet sich der Weg an Feldern vorbei ehe er wieder in Richtung Küste dreht. Am höchsten Punkt dieser Wanderung hat man einen wunderbaren Überblick. Man steht mitten in der mediterranen Pflanzenwelt aus Euphorbien, Zistrosen, Ginster und hohen Gräsern ehe es Richtung Strand und Dünenbewuchs hinunterführt. Zauberhafte Blicke auf die Bucht von Es Grau inklusive. Dort warten einige kleine Lokale auf den durstigen und müden Wanderer.

 

Was hat Menorca noch zu bieten?

  • Städte mit echt mediterranem Flair, zum Bummeln, zum Shoppen, zum Genießen.
  • Mahon/Mao, die Inselhauptstadt mit einem spektakulären Hafen (Die Hafenrundfahrt ist sehr zu empfehlen)
  • Ciutadella, die ehemalige Hauptstadt
  • Es Mercadal - etwas für Schlemmer. Außerdem gibt es hier die Schuhfabriken!
  • Für die Damen: Abarcas, die menorquinischen Riemensandalen - ideal für einen südlichen Sommer.
  • Monte Toro, der Inselberg - schon von Weitem, nicht wegen seiner enormen Höhe (357m) sondern wegen seiner vielen Sendeanlagen nicht zu übersehen. Allerdings lohnt der Blick von ihm herab.
  • Mauern, Mauern, Mauern ... die "parets seques", Trockensteinmauern durchziehen die Insel. Wer ihnen folgen möchte, gerne. 15 000 km sollen es in Summe sein.

Wandern, Baden, Bummeln - diese Mischung macht sogar viel Spaß!

Wer einen echten Wanderurlaub machen möchte, ist sicher bei den Reiseanbietern bestens aufgehoben. Der Vorteil dabei ist, dass man organisatorisch völlig unbelastet ist. Die meisten Wanderreisen sind so geplant, dass man auch gelegentlich halbtagsweise Freizeit zur Verfügung hat. Allerdings steht hier das Wandern im Vordergrund.

Auch wer die Insel gesamt umrunden möchte, also in Richtung Weitwandern, wendet sich am besten an einen Reiseanbieter (vor Ort), der sich um Quartier, Gepäck und anderes kümmern. Weiterführende Links habe ich am Ende des Artikels angegeben.

Wer nur einige Tageswanderungen machen möchte, bucht ein Quartier und sucht sich seine Wanderetappen auf eigene Faust. Ein guter Reiseführer, solche Etappen aussuchen, die einen thematisch anlachen und es kann losgehen.

Ein Tag Wandern wechselt mit einem Tag Badespaß oder Sightseeing; ganz nach eigenem Geschmack. Auf Menorca sind die Entfernungen nicht übermäßig groß, Buslinien gibt es ebenfalls; dem Individualurlaub mit Naturflair steht also nichts im Wege. Die Badebuchten warten auf Sie!

Ach ja; die Frage, ob der Cami de Cavalls auf Menorca Spaß macht, die kann ich persönlich nur mit einem eindeutigen lauten "Ja" beantworten.

Adele_Sansone, am 05.06.2015
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Menorca - Was blüht auf der Balearen Insel?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Madeira: Wandern an den Levadas - Blumen und ewiger Frühling satt)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Sardinien - Was blüht auf dieser Insel?)
a.sansone (Lechweg - Wie es ist an einem Wildfluss zu wandern)

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