Ärztliche Untersuchung der Einwanderer auf Ellis Island (Bild: jjprojects / Flickr)

Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg begann die Zeit der großen Siedlertrecks

Bremerhaven war der führende Auswandererhafen Europas. Über die Wesermündung verließen Millionen Menschen den Erdteil, um anderswo - meistens in den Vereinigten Staaten - eine neue Heimat zu finden. Aber nicht nur Deutsche wanderten nach Amerika aus. Auch Iren, Franzosen, Italiener, Spanier und viele andere hofften in Amerika auf einen Neuanfang. Schon seit den 1840er Jahren zogen die ersten Pioniere in den Westen, aber erst ab 1865 begann die Zeit der großen Trecks. Auch jetzt waren es zumeist rechtschaffende Siedler, die sich mit ihren Planwagen auf den beschwerlichen Weg machten. Aber bald folgten ihnen auch Abenteurer, Glücksritter und Banditen.

Ausgangspunkt für diese Entwicklung war das Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahr 1865. Der Norden hatte gewonnen. Die Sklaverei wurde abgeschafft. Aber der Süden fühlte sich gedemütigt, litt unter Armut und sehnte sich nach den alten Zeiten. Um allen Menschen eine Perspektive zu bieten und dabei auch noch die USA zu vergrößern, verkündete die Regierung die Parole: "Auf nach Westen!"

Der Bau der Eisenbahn brachte immer mehr Siedler nach Westen

Vom Missouri bis nach Kalifornien lagen riesige unerschlossene Gebiete. Zehntausende Menschen machten sich voller Hoffnung auf ein neues Leben auf den Weg. Verbindliche Regeln und Gesetze gab es in diesen Weiten nicht. Der Wilde Westen war ein Paradies für Banditen wie Jesse James, Billy the Kid und John Wesley Hardin. Doch das Territorium, in das die Siedler eindrangen, war schon bewohnt, von über 600.000 Indianern. Sie lieferten sich mit den Weißen einen gnadenlosen Kampf um das Land. Kriegshäuptling Crazy Horse führte im Jahr 1866 etwa 1000 Krieger in ein Gefecht mit einer US-Einheit der Armee. Alle 82 Soldaten wurden getötet. Der Bau der Eisenbahn sorgte dafür, dass der Weg in den Westen einfacher wurde. Die Indianer griffen zwar die Bauarbeiter an, trotzdem gelang es ihnen nicht, das Projekt zu verhindern.

1896 wurde die erste transkontinentale Eisenbahnverbindung fertiggestellt und brachte immer mehr Siedler in den Westen. Die amerikanischen Ureinwohner setzten sich verzweifelt zur Wehr. Viele starben bei Gefechten oder an eingeschleppten Krankheiten. Die Überlebenden wurden in Reservate gesperrt. 1890 bäumten sich die Indianer ein letztes Mal gegen die weißen Eindringlinge auf. Beim Massaker am Wounded Knee starben 300 Sioux. Gleichzeitig endete das Kapitel der Indianerkriege. Etwa zur selben Zeit wurden die Gebiete des Westens offiziell Teil der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Jahre des Wilden Westens waren vorbei.

BerndT, am 26.06.2018
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Bildquelle:
The National Archives UK (Sklavenhandel in Amerika)
dvarimtovim (Das Massaker an den Brulé-Indianern)

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