(Bild: cocoparisienne / Pixabay)

Warum nach dem Mond leben?

Leben im Rhythmus der Natur - unter diesem Gesichtspunkt hat der Mondkalender seinen Einzug in unseren Alltag gehalten. Wer schon zum x-ten Mal vergeblich eine Diät begonnen hat, hat vielleicht einfach immer den falschen Zeitpunkt erwischt und bleibt deshalb erfolglos. Man kann auf jeden Fall einmal versuchen den Mondkalender zu verstehen. Wer anschließend die Hinweise ausprobiert und sich besser fühlt, oder zum besseren Gärtner mutiert; warum nicht? Das sind nicht die schlechtesten Beweggründe.

Der der beste Weg ist Ausprobieren, um sich vom Nutzen, Sinn oder möglicherweise Unsinn des Mondkalenders zu überzeugen.

 

Was bewirkt der Einfluss des Mondes?

Ebbe und Flut, die Gezeiten, werden vom Mond und seiner Kraft bestimmt. Warum also soll er auf uns Menschen und auf Pflanzen keinen Einfluss haben?

Angenommen wird auf jeden Fall dieses:
Die Heilkräfte der Pflanzen werden optimiert, wenn man sie zu dem richtigen Zeitpunkt aussät, erntet, lagert und verwendet. Dabei bestimmen sowohl die Mondphasen als auch die Tierkreiszeichen, in denen der Mond zu dieser Zeit steht, die Heilkräfte der Pflanzen.

Wer gerne selber Pflänzchen zieht, ob im Garten oder auf dem Balkon, kann gerne seine Experimente unter Beachtung des Mondes machen und seine Schlüsse daraus ziehen.

 

In diesem Artikel versuche ich vor allem dem Leser die Begriffe, die sich rund um das Wissen von der Kraft des Mondes und seine möglichen Auswirkungen auf uns ranken, verständlich zu machen.
Ob Sie sichdann im Anschluss nach dem Mondkalender richten oder leise lächelnd alles als Esoterikkram abtun, ist jedem Leser selbst überlassen.

Wissen und Verständnis haben aber noch nie geschadet.

Ebbe und Flut
Ebbe und Flut

Ebbe und Flut (Bild: adele sansone)

Mondkalender - das ABC der Begriffe

  • Die Mondphasen: von Neumond bis Vollmond
  • auf- und absteigender Mond
  • Die Urelemente: von Kältetag bis Wassertag
  • Die Vollmondtage im Jahr

Neumond

Die vier Mondphasen: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond sind bestimmend für den Mondkalender. Die Erde umkreist die Sonne in 365 Tagen. Der Mond umrundet die Erde dabei in 27,7 Tagen, dabei dreht er sich um die eigene Achse.  Zwei bis drei Tage steht der Mond genau zwischen Erde und Sonne, dann ist Neumond.

Neumond bedeutet Beginn, Neumond bedeutet Veränderung, neuen Schwung. Neumondtage sind ideal zum Entrümpeln und Ausmisten. Pflanzen soll man zu diesem Zeitpunkt weder sammeln, lagern noch ernten.

Zunehmender Mond

Nach dem Neumond beginnt der Mond wieder zuzunehmen. Dabei nähert er sich im ersten Viertel der Erde, nach sieben Tagen ist er als Halbmond der Erde am nächsten. Im zweiten Viertel gewinnt er durch die Annäherung an die Sonne an Leuchtkraft. Zunehmender Mond bedeutet aufnehmen, wachsen, speichern. Pflanzen, deren oberirdische Teile man verwendet, gedeihen besonders gut. Der Organismus nimmt alles, was ihm zugeführt wird, gut auf. Eine passende Zeit zur Stärkung und für heilende Säfte oder Tees, ein schlechter Zeitpunkt um eine Diät zu beginnen.

Wer also zum x-ten Mal mit seinen Abnehmevorsätzen gescheitert ist, kann es ja bitte nun auf den falschen Mond schieben. Ist ja auch schön!

La Luna - die Mutter der Gefühle

Mond (Bild: Alexander Sansone)

Vollmond

Wenn der Mond der Sonne direkt gegenübersteht, wird er ein bis zwei Tage voll beleuchtet, dann ist Vollmond. Sensible Menschen spüren den Einfluss des Vollmondes im Schlaf, oft als Störung, aber genauso häufig als Aufputschmittel. Man ist voller Tatendrang, voll Vitalität.

Die Heilkraft bei Pflanzen ist bei Vollmond am höchsten. Heilpflanzen, von denen man die Wurzeln benötigt, sollten nun ausgegraben werden. Muss aber nicht nächtens sein.

Lesetipp: Eine köstliche und unernste Betrachtung des Vollmondes.

Der Vollmond-Kalender 2017

Letzter Vollmond im Jahr 2017 war am Sonntag, 3. Dezember 2017, 16:47:00 Uhr

Der Vollmond-Kalender 2018

Dienstag, 2. Januar 2018, 03:24:06 Uhr
Mittwoch, 31. Januar 2018, 14:26:48 Uhr [**]
Freitag, 2. März 2018, 01:51:24 Uhr
Samstag, 31. März 2018, 14:36:54 Uhr
Montag, 30. April 2018, 02:58:12 Uhr
Dienstag, 29. Mai 2018, 16:19:36 Uhr
Donnerstag, 28. Juni 2018, 06:53:00 Uhr
Freitag, 27. Juli 2018, 22:20:24 Uhr [**]
Sonntag, 26. August 2018, 13:56:12 Uhr
Dienstag, 25. September 2018, 04:52:30 Uhr
Mittwoch, 24. Oktober 2018, 18:45:12 Uhr
Freitag, 23. November 2018, 06:39:18 Uhr
Samstag, 22. Dezember 2018, 18:48:36 Uhr

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Was ist der abnehmende Mond?

Wieder wendet sich der Mond der Erde näher zu. Phase vier erreicht er nach 22 Tagen.

Viele Kräfte und Energien werden freigesetzt, die Säfte bei Pflanzen gehen vorwiegend in den Wurzelbereich. Düngen und Wässern, das Ernten von Früchten und Samen sowie Wurzeln, die gelagert werden sollen, sind die idealen Tätigkeiten bei abnehmendem Mond.

Nun ist die ideale Zeit für den Beginn einer Diät. Die Leistungsfähigkeit steigt, Ausschwitzen und Blutreinigung wirken besonders gut.

Aufsteigender und absteigender Mond

Vom aufsteigenden Mond, nicht zu verwechseln mit dem zunehmenden Mond, spricht man beim Mondkalender, wenn es astronomisch richtiger um das Aufsteigen der Sonne geht. Von der Wintersonnenwende vom 21. Dezember an bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni, spricht man dann vom aufsteigenden Mond. Das Streben von der Kälte in die Wärme, das Wachsen, das Erwachen des Frühlings - alles bedeutet aufsteigende Kraft.

Der absteigende Mond ist demgemäß das Halbjahr nach der Sommersonnenwende vom 21. Juni bis zur nächsten Sonnenwende im Dezember. Das ist die Zeit des Reifens, aber auch des Niederganges, des Herbstes.

Die vier Urelemente und ihre Bedeutung im Mondkalender - Feuer, Erde, Luft und Wasser

Jeweils zwei bis drei Tage durchläuft der Mond jeweils ein Tierkreiszeichen.

Die zwölf Tierkreiszeichen werden wiederum den vier Urelementen zugeteilt:

  • Feuer: Widder, Löwe und Schütze (Wärmetag)
  • Erde: Stier, Jungfrau, Steinbock (Kältetag)
  • Luft: Zwillinge, Waage, Wassermann (Luft- oder Lichttag)
  • Wasser: Krebs, Skorpion, Fische (Wassertag)

Ist an einem Tag ein Übergang von einem Zeichen ins andere, so entscheidet die Länge der Stunden; je länger sich der Mond im jeweiligen Zeichen befindet, desto stärker ist der entsprechende Einfluss gegenüber dem anderen Zeichen.

Wärmetag, Kältetag, Lufttag und Wassertag - Feuerzeichen, Erdzeichen, Luftzeichen und Wasserzeichen

  • Wärmetag (Feuerzeichen): Ein Wärmetag vermittelt einem Energie und Lebensfreude.
  • Kältetag (Erdzeichen): An Kältetagen wird einem, trotz Sonnenscheins, nicht so recht warm.
  • Lufttag (Luftzeichen): Lufttage sind hervorragend für die Wäsche im Freien. Im Nu wird sie trocken. Doch Empfindliche brauchen eine Windjacke zum Schutz.
  • Wassertag (Wasserzeichen): An Wassertagen regnet es häufiger als an anderen Tagen.
  • Feuerzeichen: entsprechen Früchte und Samen
  • Erdzeichen: entsprechen den Wurzeln
  • Luftzeichen: entsprechen der Blüte
  • Wasserzeichen: entsprechen den Blättern

Die besondere Bedeutung der Tierkreizeichen und der entsprechenden Körperregionen wird hier:

Der Mondkalender und die Bedeutung der Tierkreiszeichen

ausführlich erklärt.

Mondkalender - sinnvoll? Alles nur Esoterikkram?

Wir wollen die Zweifler hier auch mal zu Wort kommen lassen.

Heute im Radio eine Eso-Tante: "Heute ist ein guter Tag zum Lüften. Der Mond begünstigt die Lüftung der Wohnräume".
Echt jetzt? Muss ich auf den Mondkalender schauen, wann es vorteilhaft ist, die Fenster zu öffnen?
Oder Vorgestern: "Heute ist ein guter Tag zum Schneiden der Zehennägel, weil sie dann nicht so schnell einwachsen". Und ich Heimchen dachte immer, es kommt auf den Schnitt an, ob ein Nagel einwächst oder nicht.
Für mich ist dieser Esoterik-Kram eine Lachnummer.
Also alles Esoterikkram?
Für Dich ist das ganz wichtig mit dem Mond bei Deiner Holzfeuerung. Du brauchst unbedingt Mondholz. Dazu müssen die Bäume im Winter um Weihnachten herum bei abnehmendem Mond kurz vor Neumond geschlagen werden. Brennt mit einer besonders schönen Flamme und gibt eine romantisch - wohlige Wärme.

Wer einem richtigen Zweifler zuhören möchte, der liest in diesem Artikel Der gleiche Unsinn wie jedes Jahr.
Zitat: Forschungsergebnisse des Kulturwissenschaftlers Helmut Groschwitz von der Uni Regensburg, der in seiner Arbeit "Mondzeiten: Zu Genese und Praxis moderner Mondkalender” zu folgendem Fazit kommt:

"Das in den heutigen Mondkalendern vermittelte "Wissen” ist kein uraltes, empirisches Bauernwissen wie in den Kalendern zur Legitimation der Regeln behauptet wird. Vielmehr sind es die Versatzstücke ehemals elitekultureller Welterklärungssysteme, die mehrmals aus dem jeweiligen Zusammenhang genommen und neu kontextualisiert wurden. Das Interpretament der "lebendigen Bauernweisheit” entstand im 19. Jahrhundert und wird im 20. Jahrhundert als Etikettierung höchst moderner Erscheinungen verwendet. (…) auch heute noch wird an den Mondkalendern weitergeschrieben.”

Viele der Regeln aus den Büchern der Mondkalender-"Erfinder” Paungger & Poppe stammen zum Beispiel aus esoterischen Schriften der Anthroposophin Maria Thun und nicht von den bäuerlichen Vorfahren, wie Groschwitz in seiner Arbeit nachweist.

Grübel, grübel ...
Gärtner schwören auf den Erfolg, den Mondkalender zu berücksichtigen. Jahrelange Erfahrungen geben ihnen Recht? Oder ist es ihr gärtnerisches Können, damit be ihnen alles besser gedeiht?

Allerdings gibt es im täglichen Leben ausreichend Nebenbedingungen, die einem die Erledigung einiger Dinge ohnehin schon schwer machen - so z.B. zum passenden Mond das völlig unpassende Sauwetter, um sich an die Pflanzregeln zu halten. Ich halte mich persönlich mehr nach dem Phänologischen Kalender. Wenn es mit dem Mond dann auch noch passt: Schön.
Mein Ratschlag also - locker nehmen.
 
Adele_Sansone, am 26.12.2011
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Was ist Phänologie? Gibt es mehr als nur vier Jahreszeiten?)

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