Hausbau planen - sinnvoll Sparen mit Ideen zum Kostensenken
Beispiel Winkelbungalow am Hang mit ...

Beispiel Winkelbungalow am Hang mit Schwimmhalle

"Grundriss sucht Grundstück"

Möglichkeiten der Einsparungen bieten sich für den Hausbau bereits bei der Auswahl des Grundstückes. Bauvorschriften setzen oft viele Grenzen beim Gestalten des gewünschten Hauses. Es ist daher für den zukünftigen Bauherren bereits vor dem Erwerb des Grundstückes wichtig zu wissen, wie er sich sein Haus vorstellt. Ein Winkelbungalow beispielsweise braucht wesentlich mehr Grundstücksfläche als ein quadratisches Haus mit einem Obergeschoss.

Die Abstände des Gebäudes zum Nachbargrundstück sind in den Ländern und Bundesländern nicht einheitlich geregelt. So ist die erforderliche Größe des Grundstücks für das Wunschhaus abhängig von Land, Stadt oder Baugebiet. Hier kann zu Beginn bereits eine Menge gespart werden. Auch die Lage des Grundstücks bestimmt die Kosten des zukünftigen Hauses. Beispielsweise weniger aufwendig und deshalb preiswerter baut es sich in der Regel auf einer ebenen Fläche als am Hang. 

Der vorsichtige angehende Bauherr erkundigt sich bei den Baubehörden über die Gegebenheiten (Besonderheiten) des Baulands: Ebene Flächen könnten einen Hochwasserschutz erfordern. Der kann teuer werden. Nachfragen bei mindestens einer Hausversicherung um die Prämienhöhe einer Versicherung gegen Hochwasser (Überschwemmungen) kann immense Summen sparen. Lehnen die Gesellschaften diese Versicherung für ein Baugebiet ab, dann lieber wo anders das "Traumhaus" hinstellen. 

Aber auch steilere Hanglagen sollten nicht nur über ihre schöne Aussicht überzeugen. So mancher  Hang hat sich bei längeren Regenfällen schon samt Bebauung selbständig gemacht. Wer hier zu Recht Vorsicht walten lässt, spart unter Umständen nach einiger Zeit das Errichten eines neuen Hauses.

Grundriss quadratisch oder rechteckig

Der quadratische Hausgrundriss hat die geringste Aussenwandlänge bei gleicher Wohnfläche und somit geringere Wand- und Heizkosten als ein längeres aber dafür schmäleres Gebäude. Beispielsweise hat ein Haus mit 12 mal 12 Metern nur 48 Meter Außenwandlänge bei 144 Quadratmetern bebauter Fläche. Ist ein Haus 8 Meter breit und 18 Meter lang werden ebenfalls 144 Quadratmeter bebauter Fläche. Mit 52 Metern Wandlänge steigen Bau- und Heizkosten.

Der Abstand von den Hauswänden zu den Nachbargrundstücken ist in den Ländern und Bundesländern unterschiedlich vorgegeben. Im Stadtgebiet gegen Null möglich, wird im Siedlungsgebiet beispielsweise drei Meter zur Seite der Nachbar-Grundstücke und sechs Meter zur Straße vorgegeben. In unserem Beispiel würde beim 18 Meter langen Haus ein Grundstück von mindestens 24 Meter Breite erforderlich sein. Hier muss also schon vor der Grundstücksuche auf den eventuell bereits geplanten Hausgrundriss Rücksicht genommen werden. Das 12 Meter breite Haus kommt bereits mit einem 18 Meter breiten Grundstück aus. Mit dem Quadratmeterpreis der Grundstücke kann sich jedermann selbst leicht errechnen, was ein breiteres Grundstück zusätzlich kostet.

Kostensparen mit weiteren Wohneinheiten - Büro oder zweite Wohnung

Sinnvoll kann es sein, Wohnraum so zu planen, dass bei Bedarf eine Wohneinheit abgetrennt werden kann. Damit können Mieteinnahmen oder Kostenteilung zu weniger Belastung führen. Außerdem kann der Bauherr eine solche Einliegerwohnung mit eigenem Zugang auch als Büro oder für Eltern oder Kinder verwenden. Interessant wird für manchen die Überlegung sein, zwei Wohneinheiten nebeneinander (Reihenhaus) oder übereinander (Eigentumswohnungen) für Eltern, Kinder oder Büro zu erwägen. 

Exotischer Grundriss

Wer für die Zukunft vorsorgt und später eine Menge sparen will, der verzichtet auf einen "exotischen Grundriss" - also auf einen ausgefallenen Grundriss. Das ist besonders dann wichtig, wenn das Haus später, wenn die Familie kleiner wird, oder der Ruhestand nicht dem Ort des Hauses entspricht, veräußert werden soll.

Hier zeigt sich dann, dass die meisten Kaufinteressenten einen ganz normalen Grundriss gewohnt sind und suchen. Also vier bis sechs Zimmer in praktischen Größen zum Wohnen mit guter Anordnung der Fenster und  der Stellmöglichkeit für die Möbel. In der Regel hat das Wohnzimmer etwa 30 Quadratmeter. Etwa halb so groß reicht für die Nebenräume. Auch ein Bad ab sechs und die Küche so um die zehn Quadratmeter sind vertraute Raumgrößen. Unter drei Meter Breite sollten Schlaf- Büro- und Kinderzimmer nicht geplant werden. Schlauchförmige Räume, das Fenster an der Schmalseite, sind abschreckend.

Einliegerwohnung oder Doppelhaus

Ein Bungalow, als Beispiel eines eingeschossigen Bauweise hat den Vorteil, alle Räume in einer Ebene erreichen zu können. Besonders ältere Menschen wissen das treppenlose Wohnen umgeben vom Garten zu schätzen. Der Kostennachteil: Bodenplatte oder Keller und das Dach wird größer und damit teurer. Der Vorteil, wenn nicht unterkellert wird: Die Fläche für das Treppenhaus und die oft teure Treppe entfällt. 

Sind Keller und Garage erforderlich?

Immer mehr in Mode kommende alternative Energien brauchen keinen Keller zur Lagerung der Heizmaterialien. Für Lebensmittel ist ein Abstell- oder Vorratsraum in der Wohnung bequemer und ausreichend. Ist das Dachgeschoß begehbar bietet es weitere Lagerflächen. Nicht Gebrauchtes entsorgen ist wesentlich günstiger, als teuren Lagerraum im Haus oder als Keller vorzusehen.

Keller, Hochwasser und Heizung

Wer trotz der Hinweise von vorhin unbedingt in von Hochwasser gefährdeten Gebieten bauen will oder muss (weil er beispielsweise Erbe des Grundstücks ist, sollte vor Allem auf den Keller verzichten. Da wären eher Stelzen angebracht. Ein Ersatz für Stelzen, die wahrscheinlich kaum von den Baubehörden in Deutschland genehmigt würden, wäre das Grundstück anzuheben. Das heißt, die Fundamente für die Bodenplatte etwa 50 bis 80 Zentimeter aus dem Boden herausragen lassen und mit Erde anschütten. Diese Höhe von drei bis fünf Stufen oder einer längeren, bequemeren "Rampe" lassen das Gebäude bei Überschwemmungen (länger) trocken. Von der Straße bis zur Eingangstüre kann der Höhenunterschied gut auch ohne Stufen ausgeglichen werden. Eventuell hilft hier ein mit eleganten Kurven verlängertem Zugangsweg.

Vorsorglich Hochwasserschäden vermeiden schon bei der Bauplanung spart mit geringem Aufwand hohe Reparatur- und Wiederbeschaffungskosten an der Einrichtung. Zumal die Erfahrung lehrt, dass Versicherungen bei Schäden ungern zahlen oder erst gar nicht versichern. Oder nach dem Eintritt eines Schadens nicht mehr weiter versichern. 

Wer hier klug plant, lässt die Fenster höher (mit Oberlichte) setzen und, wie bei einem Keller, die Wände bis zu den Fenstern außen wasserdicht mit Folie abdecken - wie ja auch Keller gegen Grundwasser geschützt werden. Ob mit oder ohne Keller - eine Ölheizung hat in Hochwasser gefährdeten Gebieten nichts zu suchen. Tausende Liter Öl je betroffenes Haus, vermischt mit dem Hochwasser ist gesundheitlich bedenklich. Alternativ bietet sich hier eine Heizungsanlage mit Pellets an.

treppenloser, geschwungener Aufgang ...

treppenloser, geschwungener Aufgang zum Hauseingang

Garage oder Carport

Viel gespart werden kann, wenn anstelle einer Garage ein Carport geplant wird. Doppelgarage oder Carport sind erweiterbar um einen Abstellraum. Dieser könnte gegebenenfalls eine Pelletsheizung aufnehmen. Eine Parkfläche für zwei Autos von sechs mal sechs Meter kann zum Grundstück beispielsweise mit einem drei bis fünf mal sechs Meter großem Abstellraum ergänzt werden. Vorteilhafterweise können hier gleich die Gartengeräte eingestellt werden. Diese Anregung hilft vielleicht auf einen teuren Keller zu verzichten - besonders interessant in Hochwassergebieten. Zumal es hier preiswerte Carports und Fertiggaragen in allen Größen gibt. Abstellräume in Haus und Keller sind wesentlich kostspieliger.

Französische Balkone

Französische Balkone

Teure Hauserweiterungen - Kniestock oder Gaube – Dachart und Dachneigung

Zusätzlichen, preisgünstigen Wohnraum im Dachgeschoss bringt ein Kniestock (Außenwände des Dachgeschosses). Ab 80 Zentimeter hoch, können direkt Betten - mit einigen Zentimetern Abstand auch Sitzgelegenheiten - an diese Außenwände gestellt werden. Die häufigste Dachneigung ist in Deutschland 38 Grad. Wenn es die Bauvorschrift erlaubt, bietet eine Dachneigung von 42 bis 45 Grad - dann auch ohne Kniestock - mit geringen Mehrkosten für das Dach zusätzliche Wohnfläche. 

Mit Gauben (Gaupen) für einen ähnlichen Gewinn an zusätzlichem Wohnraum muss der Bauherr viel tiefer in die Tasche greifen. Das Dach wird aufwändiger und die Energiekosten werden höher. Am preiswertesten sind hier noch die Satteldachgauben. Ein Walm- oder Krüppelwalmdach sieht vielleicht von außen bessert aus - nimmt jedoch innen Wohnfläche weg. Auch hier ist von den Kosten her das Satteldach die günstigste Bauweise.

Kniestock im Wohnbereich

Kniestock im Wohnbereich

Kniestock

Als Kniestock bezeichnet man die an der Traufseite eines Hauses über die Decke hinaus gemauerte Außenwand, auf der die Dachkonstruktion aufliegt. Je höher der Kniestock ist, desto mehr Stellfläche steht unter der Dachschräge zur Verfügung. In Bayern wurde bzw. wird der Kniestock an der Längsseite häufig unverputzt in Holz ausgeführt. Nach geltendem Baurecht muss ein Kniestock mit ausreichender Begründung beantragt werden. Übliche Bauhöhen für einen Kniestock reichen von 40 bis 90 Zentimeter.
Fenster an der Ecke preiswerter als Erker
Eckfenster spart Erker - Französisch ...

Eckfenster spart Erker - Französischer Balkon mit Holzbrüstung

Erker und Balkon

Ein Erker oder Balkon verteuert das Haus ohne nennenswerte Flächengewinnung. Anstelle eines Erkers können für den Ess- oder Sitzplatz alternativ ein odere zwei Fenster an die Ecke zweier Außenwände platziert werden. So blicken die Bewohner – wie beim Erker – von Innen in mehrere Richtungen. Das spart sowohl Bau- und die damit verbundenen Kreditkosten als auch die späteren Kosten für das Heizen. Das gilt in geringerem Maße auch für andere Hauswand-Vorsprünge. 

Ein Balkon – von der Wohnung her gewohnt und sinnvoll – wird beim eigenen Haus kaum genutzt werden und ist teuer. Überwiegend spielt sich das Leben der Hausbewohner in ihrem Garten und auf der Terrasse ab. Eine interessante, preisgünstige Variation zum Balkon ist jedoch ein Französischer Balkon. Raumfenster im Obergeschoss werden durch Balkontüren mit einer Brüstung aus Holz oder Metall davor ersetzt. So verwendet der Naturfreund bei geöffneten Balkontüren den Raum als windstillen Sonnenplatz. Das Bild hier zeigt neben den an die Raumecke gesetzten Fenster anstelle eines Erkers auch einen interessanten Französischer Balkon mit vorgesetzter Holzbrüstung. 

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primapage, am 24.02.2011
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