Superfood

Chia-Samen (Bild: ValeriaJa / Pixabay)

Die Superfood Top Ten

Diese Lebensmittel oder deren spezielle Zubereitungsart sind derzeit in aller Munde (und das im Sinne des Wortes). Zurecht oder nur vermeintlich toll? Der Frage gehen wir mal nach.

  • Acai-Beere
  • Avocado
  • Chia-Samen
  • Goji-Beere
  • Green-Smothies
  • Grünkohl
  • Maca
  • Quinoa
  • Spirulina
  • Weizengras

Da bleibt einem doch glatt die gesunde Goji-Beere im Hals stecken.

Neuere Untersuchungen, die sich nicht nur mit den gesunden Inhaltsstoffen, sondern auch über Herstellung, Transport und anderes befassen, sprechen da schon eine differenziertere Sprache.

  • Untersuchungen an Goji-Beeren, die vorwiegend aus Anbau in China stammen (ist ja um die Ecke, oder?) weisen eine enorm hohe Pestizidbelastung auf. Also statt gesund machen sie im Gegensatz auch noch bei hoher Verzehrmenge krank. Da bleibt einem die Beere doch glatt im Mund stecken, oder? Übrigens, der gute alte Apfel hat in etwa ähnliche Inhaltsstoffe. Also, "one Apple a day,...." aus nahem Bioanbau und die Welt sieht gleich gesünder aus.
  • Machen Sie es wie der Kollege und bauen die Goji-Beere im Garten selbst an, dann dürfen Sie dem Hype so richtig mit guten Gewissen folgen.
  • Auch die andere, die dunkle, exotische Beere, deren Namen man kaum richtig aussprechen kann, die Acai-Beere, ist so ein problematischer Fall. Sie soll entgiftende Stoffe enthalten, leider hat sie den Anteil daran durch das Trocknen so gut wie eingebüßt, beim Zermahlen verpulvert der letzte Rest und über bleibt teures, aber kaum wirksames Antioxidantium.

Nehmen wir dagegen heimische Obst oder Gemüsesorten, die lilafarben sind, dann haben sie die gleichen Inhaltsstofe, aber sie sind frisch und stehen gut verfügbar bereit. Allerdings klingen sie natürlich nur mehr halb so exotisch.

Selber Anbauen ist die beste Methode

  • Chia-Samen, sind vor allem reich an ....Flugkilometern. Ja, denn die fallen da auch gehörig ins gesund-Leben Gewicht. Denn der heimische Leinsamen schmeckt genauso gut und ist gleich wertvoll.
  • Spirulina, die Superalge, enthält laut Untersuchungen eine hohe Menge an Mineralöl, das wir so sicher nicht aus gesundheitlichen Gründen zu uns nehmen sollten, außer wir möchten ganz sicher krank werden.
  • Green-Smothies, am besten mit Grünkohl (Kale) als Hauptanteil. Ohne Obst dazu gefügt schmeckt das Ganze gewöhnungsbedürftig, mit Obstanteil haben wir plötzlich einen hohen Anteil an Fruchtzucker, den viele gar nicht vertragen. Die Ärzte warnen auch bereits vor einem Diabetes-Anstieg, der durch zu hohen Fruktoseanteil in der Nahrung immer mehr zunimmt. Alles nur, weil so viel Vitamine getrunken halt leichter runter gehen als einen halben Kilo gesunden Salat zu kauen. Kauen ist allerdings um Vieles gesünder für unsere Zähne. Fragen Sie mal ihren Zahnarzt.
  • Weizengras ist am gesündesten im Selbstanbau. Warum? Weil ein Gutteil der Nährstoffe beim Trocknen verloren gehen, Verschmutzungen passieren etc...

(Bild: cegoh / Pixabay)

Das Märchen von der guten Avocado

Was die Avocado betrifft, ist die Sache enorm kompliziert.

  • Avocado ist für seinen hohen gesunden Fettanteil bekannt, schmeckt in zahlreichen Variationen, Stichwort: Avocadotoast- lindert Stress und Nervosität; also alles Plus.
  • Im Winter kommt sie aus Brasilien, Chile und Spanien, im Sommer aus Südafrika und Peru. Die zig-Flug- oder Schiffkilometer sind also bereits ein Problem.

Noch problembehafteter ist ihr Anbau: durch die verstärkte Nachfrage nach Avocado hat sich, wie so oft, die Spirale gedreht: vermehrter Anbau, fruchtbarer Boden wird für den teuren Exportartikel den heimischen Bauern weggenommen, der Wasserverbrauch ist enorm, die Kleinbauern schauen wieder einmal durch die Finger. Geerntet wird außerdem noch lange vor Fruchtreife, um sie appetitlich verzehrfertig zu machen, wird künstlich nachgeholfen. Lesen Sie weiter Avocado-Superfood.

Guten Appetit beim nächsten Avocadotoast.

 

Regionale gesunde Alternativen

Dies ist nur eine kleine Auswahl an wertvollen heimischen regional-angebauten gesunden Lebensmitteln (aus Bioanbau und der unmittelbaren Nachbarschaft, vom Wochenmarkt, da haben dann alle was davon):

Kleines Schlussplädoyer

Vielleicht sollten wir uns, so wir wirklich umweltbewusst und gesund essen möchten, an diesen uralten Spruch von einem Markthändler halten:
"Was wollen Sie? Jetzt, zu dieser Jahreszeit Tomaten?"

(Man kann beliebig sein Lieblingsobst oder Gemüse einsetzen) Großes Kopfschütteln.

"Haben wir nicht, keine Saison, kommen Sie in zwei Monaten wieder.

 

Orthorexie - was ist das?

Das ist keine neue Modeströmung, aber das ungesunde Verhalten sich nur mehr mit der einzig richtigen gesunden Ernährung zu beschäftigen; aus seiner Ernährung und der seiner Umwelt eine Ideologie zu machen.

So mancher Vegetarier/Veganer/Paleodiätler/Frutarier.... neigt dazu, wie noch vor Jahren die sogenannten "Körndlfresser" alle Andersgläubigen in Grund und Boden zu verdammen und aus seinem persönlichen Freundskreis, oder besser gesagte Glaubenskreis, auszuschließen.

Wenn man bedenkt, dass so manche Veganer sich ja bewusst gegen den Fleischkonsum entscheiden, um das Klima zu schützen und dann aber bedenkenlos exotisches Superfood kaufen, dann stimmt bei dieser Rechnung etwas nicht ganz.

Orthorexie= Krankhafte Gesundesser; wenn Essen zur Ideologie wird, zu Isolation führt, zu extrem einseitiger Ernährung, sich gedanklich fast alles nur mehr um die "richtige" Ernährung dreht.

Adele_Sansone, am 16.10.2017
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/go/?t=https%3A//pix (Ist Lila Essen gesund? Oder bloß ein Trend?)

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